Slowdown_logo_header

Brotbacken als meditative Kunst: Stress vergessen, Achtsamkeit erleben

veröffentlicht von Madlene am 10.05.2024.

Liebe Grüße aus meiner Backstube!

Mein Brotbacken-Abenteuer begann vor knapp zwei Jahren – eigentlich ganz unerwartet, als ich zum Geburtstag von meiner Familie eine Küchenmaschine überreicht bekam. Seitdem ist Brotbacken für mich nicht nur eine Leidenschaft, sondern eine echte Freude und purer Genuss. Es gibt einfach nichts Vergleichbares zu einem frisch duftenden, selbst gebackenen Brot. Sobald man einmal in den Genuss kommt, möchte man kein gekauftes Brot mehr essen - so geht es mir zumindest. Nicht nur, weil das gekaufte Brot oft nicht mehr ganz frisch ist und nicht so gut schmeckt wie das eigene, sondern auch, weil Brotbacken für mich mehr ist als nur ein Prozess geworden ist.

Madlene beim Brotbacken mit einem Brötchen in der Hand

Brotbacken als eine wahre Sinnesreise

Jeder Schritt, von der sorgfältigen Auswahl qualitativ hochwertiger Zutaten, der Auswahl des richtigen Rezepts bis zum Herausnehmen der knusprigen Brötchen aus dem Ofen hat etwas Meditatives, wo die Gedanken gänzlich zur Ruhe kommen und man seine volle Aufmerksamkeit der Herstellung des Brotes widmet. Spätestens im letzten Schritt besteht übrigens höchste Gefahr für Zungen-Aquaplaning im Mund.

Der regelmäßige Besuch in der Mühle meines Vertrauens ist mir übrigens immer wieder die Zeit wert, denn alleine der Geruch von frisch gemahlenem Mehl im und außerhalb des Shops macht einen glücklich. Die Qualität der einzelnen Produkte ist mit Produkten aus der Industrie auch nicht zu vergleichen. Deshalb eine ganz große Empfehlung - seht euch einfach mal in der Umgebung um - überall wird Mehl gemahlen und mit ein bisschen Aufmerksamkeit und Glück werdet ihr fündig.

Doch genug geredet - jetzt geht's an backen!

Eines meiner Lieblingsrezepte: Bierbrötchen

Ich habe mich heute für Bierbrötchen entschieden. Keine Sorge - von den Brötchen wirst du nicht betrunken. Nach dem Backen ist der Alkohol völlig verdampft, nur der aromatische Geschmack bleibt. Du kannst die Brötchen natürlich auch von Anfang an alkoholfrei zubereiten, ersetze dazu die Menge einfach mit lauwarmen Wasser oder wenn du etwas experimentierfreudiger bist - mit alkoholfreiem Weißbier.

Mit diesem Rezept bekommst du später ca. 20 handgemachte Weckerl. Wenn dir 20 zu viele sind, halbiere einfach die jeweiligen Mengenangaben.

Zutaten

200 g lauwarmes Wasser
0,5 l lauwarmes Bier
300 g Vollkorn Roggenmehl
350 g Weizenmehl
350 g Dinkelmehl
20 g Salz
20 g Kümmel
20 g frische Germ

Alle Zutaten in der Rührschüssel

Zubereitung

Für den Germteig zuerst alle Flüssigkeiten, dann alle trockenen Zutaten in eine Rührschüssel geben. Mit dieser Reihenfolge vermeidest du, dass am Ende noch Mehl am Boden der Rührschüssel klebt und sich nicht ordentlich verbindet. Nun alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig zusammen kneten, mit einem trockenen Geschirrtuch zudecken und ca. 30 Minuten bei Raumtemperatur rasten lassen. Achtung, der Germteig mag weder Kälte noch Zugluft, dadurch werden die Hefebakterien nicht aktiviert, deine Brötchen gehen später im Ofen nicht auf und bleiben fest. Wenn du noch offene Heizkörper hast, so wie ich, dann kannst du beispielsweise die Rührschüssel darauf stellen und ein wenig mithelfen.

Nach der Gehzeit gibst du den Teig auf deine Arbeitsfläche. Ich verwende dazu eine Teigkarte. Aus dem Teig bekommst du später ca. 20 Weckerl. Du kannst nun entweder die Weckerl einzeln abwiegen (ca. 80 g/Stück), oder du machst eine längliche Rolle und schneidest ca. 20 gleichmäßige Stücke herunter. Danach jedes Stück durch eine Drehbewegung zu einer Kugel schleifen und nochmals zugedeckt ca. 10 Minuten rasten lassen.

Brötchen am Backblech

Die Teiglinge nach 10 Minuten länglich mit einer Teigkarte eindrücken und oben mit den Händen “die Wunde” leicht schließen. Denke daran, die nicht schöne Seite des Brötchens wird im Ofen dann rissig und gibt deinen Brötchen dadurch ein tolles Aussehen. Die fertig geformten Teiglinge auf ein Backblech mit etwas Abstand legen und nochmals ca. 10 Minuten rasten lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 220°C Heißluft vorheizen. Die Teiglinge leicht mit Wasser mit den Händen oder mit Hilfe einer Sprühflasche besprühen und für ca. 15 Minuten backen. Sollte dein Backofen eine Dampffunktion haben, verwende diese und du kannst das Besprühen deiner Weckerl auslassen.

Die Brötchen sind fertig

Die Brötchen sind fertig, wenn sie eine schöne Farbe bekommen haben und ein hohler Ton erklingt, wenn du mit den Fingern auf den Brötchenboden klopfst.

Wenn ich den Ofen öffne und die fertig gebackenen Brötchen herausnehme, löst dieser Duft in der Nase ein absolutes Glücksgefühl in mir aus. Das Knistern der Kruste, der warme, einladende Duft in meiner Küche und Ungeduld bis die Brötchen etwas abkühlen, bis endlich der ersehnte erste Bissen kommt. Der Geschmack eines frisch selbst gebackenen Brötchens ist purer Genuss und löst wahre Zufriedenheit aus. Dabei ist doch völlig egal, welche Struktur das Brötchen im Ofen angenommen hat. Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass jedes Brötchen anders aussehen wird. Doch das macht meiner Meinung nach ein handgemachtes Brötchen so besonders.

Fertige Bierbrötchen

Mein Tipp: Lass die Weckerl auskühlen und gib alle, die du nicht sofort verspeist in einem Gefrierbeutel in die Tiefkühltruhe. Bei Bedarf aus dem Tiefkühler holen, mit Wasser besprühen und bei ungefähr 150°C ca. 10 Minuten ins Backrohr. So hast du jederzeit frische Weckerl griffbereit.

Falls du jetzt Lust bekommen hast, es selbst zu versuchen: Brotbacken ist einfacher als du denkst, vor allem mit Unterstützung einer Küchenmaschine. Es braucht nur ein paar wenige Zutaten und ein bisschen Geduld. Meist sind Kuchenrezepte weit komplizierter als es ist Brot zu backen - du benötigst nur etwas Geduld.

Auch in meinen Retreats wird übrigens gemeinsam gebacken, wobei ich mein gesamtes Wissen über Brotbacken mit dir teile. So gibt's auch immer frisch gebackenes Brot - wie ich es am liebsten habe.

Probier's einfach mal aus und lass mich gerne wissen, wie es dir gegangen ist und ob das Brotbacken auch ein entspanntes und glückliches Gefühl in dir ausgelöst hat! Ich freue mich auf deine Erfahrungen und stehe dir natürlich mit Tipps und Tricks zur Seite. Um mich zu kontaktieren gehe einfach auf meine Kontaktseite oder besuche meine Seiten auf Social Media - Instagram / LinkedIn.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und ein gutes Gelingen!

Bis bald, Madlene